NiCd - Akkus
 
Aufbau, Wartung, Umweltverträglichkeit
 
Vor 100 Jahren wurde die Nickel-Cadmium (NiCd)-Zelle erfunden. Als Akku begleitet uns die NiCd-Technologie überall hin und sorgt für starke Leistung, Flexibilität und Mobilität. Derzeit gibt es keine Alternative.
 
Aufbau eines NiCd-Akkumulators
Die Basis ist in den vergangenen 100 Jahren dieselbe geblieben: Nickel dient als aktives Material der positiven Elektrode, Cadmium bildet die negative Elektrode uns als Elektrolyt wird Kaliumhydroxyd verwendet. Die Reaktionsformel lautet:
2Ni (OH)^2 + Cd (OH)^2 = 2NiOOH + CD + 2H^2O
Innerhalb eines Akkus befindet sich mittlerweile eine ausgeklügelte Struktur, die den Anwendungskomfort beträchtlich erhöht
(Bild 1).
Besonders in das Design des Gas-Release-Ventils sind einige aktuelle Innovationen integriert worden (Bild 2). Moderne Fabrikate lassen sich dadurch rasch (mit einem Schnellladegerät in 10 Minuten) und oft (bis zu 2.000 Mal) laden und wieder entlasen. Zudem verlaufen die Entladungen sehr gleichmäßig und extreme Temperaturen sowie längere Lagerzeiten haben nur geringe Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeiten (Bild 3). Diese außerordentliche Belastbarkeit macht NiCd-Akkus noch immer zum zuverlässigsten Arbeitspferd unter den wieder aufladbaren Batterien Die Beachtung einiger Hinweise zur richtigen Behandlung schöpfen die Lebensdauer optimal aus.
Pflege der Akkus
Fabrikneue Akkus haben anfangs eine deutlich geringere Kapazität als vom Hersteller angegeben. Erst nach etwa sechs Lade- und Gebrauchszyklen erreichen Akkus ihre volle Nennkapazität. Ausgerechnet eine sehr positive Eigenschaft der NiCd-Akkus - nämlich nicht wie Zink-Kohle-Batterien vom Beginn des Verbrauchs konrinuierlich an Spannung zu verlieren, sondern bis kurz vor dem Leerzustand eine gleichmäßige Spannung zu liefern - erschwert den Aufladevorgang. Es fehlt der Anhaltspunkt für den Ladezustand und damit für die ideale Ladezeit. Zwar sind die Zeiten längst vorbei, in denen ein Überladen dem Akku den sofortigen Todesstoß versetzt hat, doch die Lebenszeit vermindert sich dennoch etwas. Bei Erreichen des Ladeendzustandes werden die wässrigen Anteile des Elektrolyts zersetzt; es entstehen Sauerstoff (an der positiven Platte) und Wasserstoff (an der negativen Platte), die normalerweise von der Gegenelektrode absorbiert werden. Beim Überladen bewirkt diese Knallgas-Erzeugung einen Druckanstieg in der Zelle, der bis zu Explosion führen kann. Daher sind alle Akkus mit einem Sicherheitsventil versehen, das bei hohem Innendruck anspricht. Zum optimalen Laden eignet sich ein Computer-Ladegerät besonders gut. Dies misst aufwändig den jeweiligen Ladezustand und lädt den Akku exakt bis zu Kapazitätsgrenze. Allerdings sind solche Geräte äußerst kostspielig und ein paar einfache Tipps helfen auch weiter.
Vor dem Aufladen sollte man sen Akku möglichst ganz entleeren, damit er dann bequem gemäß der in der Bedienungsanleitung angegebenen Dauer voll aufgeladen werden kann. Tiefentladen über den Zeitpunkt des Spannungsabfalls hinaus schadet der Lebensdauer des Akkus allerdings ebenfalls. Zwar funktionieren NiCd-Akkus auch bei Temperaturen bis zu -20°C ohne nennenswerte Beeinträchtigungen der Leistung, doch muß beim Aufladen die Außentemperatur zwichen 0°C und +45°C betragen, um den Akku nicht zu beschädigen. Geladene Akkus entladen sich bei längerer Lagerung von allein. Diese Selbstentlsdung vollzieht sich bei NiCd-Akkus sehr viel langsamer als z.B. Nickel-Metall-Hydrid-Exemplaren, tritt aber nach mehreren Wochen ebenfalls auf. Die Ursache dafür liegt im schnellen Zerfall des hochaufgeladen Nickelhydroxides auf der positiven Elektrode. Dabei wird Sauerstoff abgespalten, der eine äquivalente Reduktion auf der negativen Elektrode bewirkt. Je höher die Umgebungstemperatur, desto schneller entladen sich die Akkus selbst. Ein Aufladevorgang vor längerem Nichtgebrauch würde also neben der Ladeenergie noch einen Ladezyklus des Akkus verschwenden. Eine weitere Beeinträchtigung des Akkus kann durch den Memory-Effekt eintreten. Das heißt, wenn der Akku permanent nur gering entladen und anschließend wieder aufgeladen wird, verliert er allmählich einen Großteil seiner Kapazität. Der Vorgang erklärt sich durch eine Kristallvergrösserung des Nickelhydroxids und des Cadmiums an den Elektroden und den damit verbundenen Oberflächenschwund. Das gleiche passiert bei zwar ständiger, jedoch nur geringer Beanspruchung wie z.B. in Küchenuhren.
Umweltaspekte
Bei der Gewinnung von Zink entsteht als unvermeidliches Nebenprodukt Cadmium, das dann zu einem geringen Bruchteil bei der Herstellung von Nickel-Cadmium Akkus eingesetzt wird. Außerdem fällt Cadmium noch bei der Produktion von Düngemittel an und ist in Spuren im Zigarettenrauch enthalten. Cadmium ist ein hochgiftiges Schwermetall, das sich im menschlichen Körper anreichern kann. Es steht im Verdacht in hohen Konzentrationen Krebs erregend zu wirken sowie das genetische Material zu schädigen. Laut Umweltbundesamt ist die Kontamierung der Umwelt mit Cadmium in den letzten Jahren stark rückläufig.
Ausblick
In absehbarer Zeit scheint keine gleichwertige Alternative zu den NiCd-Akkus in Sicht. Robustheit , geringes Gewicht und günstiger Preis sind die großen Pluspunkte der NiCd-Technologie, denen der Makel der Umweltgefährdung gegenübersteht. Gerade für die so genannten Power-Tools im Professionellen Einsatz, sind NiCd-Akkus unersetzbar.
 
 
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